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Altersgerechte Wohnformen machen Schule

Der so genannt dritte Lebensabschnitt dauert heute länger. Die überwiegende Mehrheit der Seniorinnen und Senioren möchte die Unabhängigkeit bewahren und zuhause bleiben. Deshalb sollten sie beim Kauf von Stockwerkeigentum oder eines Hauses, aber auch beim Umzug in eine neue Wohnung einiges beachten.

Geschrieben am 03. Dez. 2020

Kurzübersicht

  • Was ist bei der Lage eines Wohnobjekts wichtig?
  • Welches sind die häufigsten baulichen Hindernisse?
  • Wie baue ich altersgerecht?
  • Informative und interessante Links

Am richtigen Ort das Alter unbeschwerter geniessen

Viele sind in den Siebzigern noch gut in Form. Doch mit zunehmendem Alter nehmen die Kräfte ab, und die Organisation des täglichen Lebens wird komplizierter. Deshalb ist die Lage des Altersdomizils zentral. Oder anders gesagt, wer zentral wohnt, hat es leichter. Eine gute und nahe Anbindung an den ÖV gehört quasi zur Grundausstattung. Auch darf der Zugang zum Haus weder steil verlaufen noch über Aussentreppen erfolgen, weil beides unüberwindliche Hürden für Gehhilfen oder Rollatoren darstellen. Die Läden des täglichen Bedarfs sowie Apotheken und Ärzte sollten sich in der Nähe befinden. Man spricht hier von 15 Gehminuten.

Doch eine zentrale Lage hat noch einen weiteren Vorteil. Wenn Sie mitten im Dorf oder in einem belebten Quartier wohnen, sind Sie von Menschen aller Altersstufen umgeben, können sich in Vereinen oder in der Kirchgemeinde engagieren, Kulturveranstaltungen besuchen und sich im Café zu einem Schwatz treffen. Das macht einfach mehr Spass und wirkt einer möglichen Vereinsamung entgegen.

Nicht umsonst suchen Seniorinnen und Senioren eine ebenerdig zugängliche Wohnung oder eine Attika mit Lift. Aber ausser Treppen gibt auch eine Reihe «kleinerer» Barrieren. Dazu gehören Schwellen, die sich bereits ab einer Höhe von 25 Millimetern zu regelrechten Stolpersteinen entwickeln. In älteren Häusern, die durchaus schön renoviert sein können, merkt man solche Nachteile oft erst spät. Etwa dann, wenn man gehbehindert ist und einem eine Türschwelle von zwanzig oder mehr Zentimetern den Zugang zum Balkon oder zur Terrasse nahezu verunmöglicht. Ein weiteres Ärgernis sind enge Türen und Durchgänge. Die Mindestbreite von 80 Zentimetern sollte nicht unterschritten werden. Doch die Bewegungsfreiheit gilt nicht nur für Gänge und Wohnzimmer, sondern ebenso für ein altersgerechtes Badezimmer. Denn Platz für einen Hocker muss ebenso sein wie genügend Raum, um sich darin auch mit einer Gehhilfe bewegen zu können. Eine gut zugängliche Dusche ist nicht nur bequemer, sie birgt auch ein weitaus geringeres Risiko von Stürzen. Und wer nicht auf eine Wanne verzichten möchte, dem hilft ein fest montierter Tritt mit einem sicheren Haltegriff in das wohlige Badevergnügen. Besonderes Augenmerk verdient auch die Küche. Ergonomisch platzierte Geräte, ausziehbare Schubladen und absenkbare Tablare sind ein wahrer Segen. Und wenn das Stehen schwerfällt, erleichtern ein Tisch oder eine Arbeitsplatte mit Sitzgelegenheit alltägliche Arbeiten wie etwa das Rüsten von Gemüse.

Mit Weitsicht bauen zahlt sich aus

Zwar steigt die Zahl barrierefreier Architektur, aber noch besteht hier viel Potential. Wer die Möglichkeit hat, in jüngeren Jahren seinen Wohntraum zu verwirklichen, tut sich selbst einen guten Dienst, wenn er hindernisfrei baut. Das zahlt sich nicht erst im Alter aus, der zusätzliche Komfort erleichtert jedem in der Familie das Leben. Deshalb spricht man in der Architektur auch von «Design for all». Barrierefrei und ergonomisch clever konzipierte Wohnungen und Häuser bieten Ihnen und Ihrer Familie unabhängig vom Alter einfach mehr Lebensqualität.

Eine wichtige Überlegung gilt einer späteren Umnutzung. Ein paar Beispiele: Warum nicht eine Einliegerwohnung einbauen, vermieten und später zu einem Altersrefugium umfunktionieren? Oder ein Gästezimmer mit Dusche einplanen, in dem Sie später eine 24-Stunden-Betreuerin einquartieren können? Auch ebenerdige Spielzimmer oder Fitnessräume lassen sich gut in eine Alterswohnung mit direktem Zugang in den Garten umnutzen. Wer vorausschauend plant ist flexibel und erspart sich nachträgliche, oft teure bauliche Veränderungen.

Und noch ein Punkt, der Beachtung verdient: der Garten. Für Kinder ist ein grosses Stück Natur vor dem Haus eine wunderbare Spielwiese. Doch er braucht auch viel Pflege. Natürlich kann man diese Arbeit einem Gärtner überlassen oder aber man nutzt einen Teil, und baut auf dem Grundstück ein energieeffizientes Tiny House. Cooler können Grosseltern nicht wohnen.

Weiterführende Links

  • Auf der Website der Schweizer Fachstelle für hindernisfreie Architektur finden Sie in der linken Spalte «Regionale Fachstellen» die entsprechende Adresse für Ihren Kanton.
  • Procap ist eine weitere Anlaufstelle für hindernisfreies Bauen. Unter «Kantonale Fachstellen» finden Sie die verschiedenen Kontaktadressen in Ihrem Wohnkanton.